Haldimann Stiftung

Tierwohlpreis Netzwerk Pferdeforschung

Im Rahmen der Netzwerktagung Pferdeforschung Schweiz zeichnet die Haldimann-Stiftung neu alljährlich diejenige Forschungsarbeit mit dem höchsten Tierwohl-Nutzen aus.

 

Leistung und Stressbelastung bei Maultieren während eines 5-tägigen Treks

Die erste Preisträgerin, die unsere Tierwohl-Auszeichnung entgegennehmen durfte, ist Sina Huwiler. Sie studiert Agronomie an der Berner Fachhochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL. Anlässlich eines 5 Tage dauernden, über knapp 95 km und 3'364 Höhenmeter führenden Maultier-Treks über den Gotthardpass hatte sie zusammen mit ihrer Kollegin Marie Pfammatter die körperliche Belastung der Tiere und ihre Erholungsfähigkeit laufend erfasst. Gemessen wurden Herz- und Atmungsfrequenzen, die Körpertemperatur sowie anhand von Kotproben die Abbauprodukte des Stresshormons Kortisol. Sina Huwiler konnte zeigen, dass die Kortisol-Konzentration im Kot, welche eine langfristige Stressbelastung widerspiegelt, kontinuierlich während der Wanderung anstieg. Nach fünf Tagen hatte die Stressbelastung ein tolerables Mass überschritten. Spätestens jetzt, so wird gefolgert, wäre demnach ein Ruhetag einzulegen.

 

Aus Sicht des Tierschutzes sind solche Arbeiten aus der Praxis wichtig und hilfreich, zumal Trekkings mit Equiden und auch Neuweltkameliden sehr beliebt sind. Entsprechende Forschungsergebnisse und daraus abgeleitete Tipps für Anbieter könnten mithelfen, dass dem Wohlergehen der Tiere bestmöglich Rechnung getragen werden kann.